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Städtische Pflegeheime Esslingen
 
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Qualitätssicherung bei den Städtischen Pflegeheimen Esslingen am Neckar - erfolgreicher Abschluss des Rezertifizierungsverfahrens nach ISO 9001:2000

Die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems der Städtischen Pflegeheime wurde in  einem Zertifizierungs-Audit durch die Firma DEKRA Certification erneut bestätigt.

Seit der Erstzertifizierung sind bereits drei Jahre vergangen. In dieser Zeit haben die Städtischen Pflegeheime ihr Qualitätsmanagementsystem kontinuierlich weiterentwickelt und in sehr umfassender und wirksamer Form bewertet. Dank des großen Engagements aller Mitarbeiter erhalten die Städtischen Pflegeheime das Zertifikat für alle Standorte, neben den Pflegeheimen Obertor und Berkeim bereits auch für das neueste Pflegeheim des Eigenbetriebes in der Pliensauvorstadt.
Wir wurden darin bestärkt, dass die Bewohner der Städtischen Pflegeheime erheblich von unserem Engagement in der Qualitätssicherung profitieren.

Qualitätssicherung in der Pflege hat präventiven Charakter. Die Qualität unserer Dienstleistungen in der Pflege und Hauswirtschaft erleben unsere Kunden oder Bewohner unmittelbar. Sie sind bei der „Erstellung des Produktes" anwesend. Wir können  uns daher nicht darauf beschränken, im Rahmen einer Qualitätskontrolle, fehlerhafte Produkte oder Teile „quasi noch in der Fabrik" einfach auszutauschen.

Pflege und Betreuung ist anspruchsvoller. Unsere Mitarbeiter müssen in der Lage sein, ihr Handeln jederzeit zu reflektieren. Präventives Qualitätsmanagement im Pflegeheim erfordert von allen Mitarbeitern konsequentes Denken und Handeln entlang von Prozessen. Nur wenn jeder Mitarbeiter die für seine Aufgaben wichtigen Qualitätskriterien kennt, entsteht am Ende eine hochwertige Dienstleistung, entsteht Pflege- und Lebensqualität.

Aufgabe eines funktionierenden Qualitätsmanagementsystems ist es, dass diese Informationsressourcen allen Mitarbeitern jederzeit aktuell zur Verfügung stehen. Dabei gestaltet sich der Alltag eines Pflegeheimes ungeahnt komplex: um alle relevanten Arbeitsprozesse zu organisieren, mussten bislang 56 Verfahrensanweisungen vom Heimeinzug bis hin zur Altenpflegeausbildung erarbeitet werden, war es erforderlich 34 Standards (Wundmanagement, Sturzprophylaxe, Kontinenzförderung u.a.)  zu beschreiben, 24 Arbeitsanweisungen auszuarbeiten (hierzu gehören Hygienepläne, Wochenpläne der Haustechnik u.a.) und die Tätigkeiten von 240 Mitarbeitern  in 41 Stellenbeschreibungen zusammenzufassen.

Qualitätssicherung kann aber nur gelingen, wenn Mitarbeiter ein Umfeld vorfinden, in dem sie sich einbringen und beteiligen können, in dem sie bereit sind, ihr Bestes zu geben. Auf diesem Weg entwickelte sich unser QM-System zu einem wertvollen Instrument: in den vergangenen drei Jahren seit der Erstzertifizierung beteiligten sich 464 Mitarbeiter in 48 Qualitätszirkeln und brachten zu Themen wie  z.B.

  • Planung der Fort- und Weiterbildung (Erstellung einer Konzeption zur Personalentwicklung),
  • Einführung der EDV in der Pflege, IT-Sicherheit und Datenschutz oder
  • Erarbeitung geeigneter Konzepte zur Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen bei Bewohnern, die sich selbst
        gefährden,

ihr Fachwissen und ihre Berufserfahrung ein.

Schließlich hilft uns das Qualitätssicherungssystem, Fehler und Schwachstellen zu erkennen und Korrekturen einzuleiten. Die konsequente Auswertung der jährlichen Bewohnerbefragung, der Pflegevisiten und des Beschwerdemanagements liefert dazu wertvolle Daten. Handlungsbedarf sahen wir bei der diesjährigen, daraus abgeleiteten Festlegung der Unternehmensziele besonders im Bereich der Wahrnehmung individueller Wünsche unserer Bewohner. Herausforderung ist, diese gerade bei dementiell erkrankten und psychisch veränderten Bewohnern zu erkennen und in die Pflegeplanung aufzunehmen. Konkretes Ergebnis ist ein umfangreiches Schulungsprogramm für 96 Pflegemitarbeiter in Kinaestehtics, welches derzeit mit großem Erfolg umgesetzt wird. Mitarbeiter lernen dabei über das Verständnis eigener Bewegungsabläufe, Bewohner neu zu verstehen und die Lebensaktivitäten pflegebedürftiger Menschen zu gestalten.

Wir sind davon überzeugt, dass gelebtes Qualitätsmanagement die Entwicklung von Pflegeheimen vorantreibt, die Mitarbeiter insgesamt unterstützt und mehr präventive Wirkung entfaltet als zunehmende staatliche Kontrolle und die damit verbundene Bürokratisierung im Bereich der Altenhilfe.

Esslingen, den 18.06.2007

Thilo Naujoks
 
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