| Mehr Betreuung für demenzkranke Menschen |
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Umsetzung der Pflegereform bei den Städtischen Pflegeheimen Esslingen am Neckar Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen oder psychischen Erkrankungen, die in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers seit 01.07.2008 zusätzliche Betreuung erhalten. Zur Finanzierung haben Pflegeheime Anspruch auf einen Vergütungszuschlag. In Baden-Württemberg konnten sich Pflegekassen und Leistungserbringer bis heute nicht auf landeseinheitliche Vergütungszuschläge einigen. Daher werden die neuen Möglichkeiten zur Verbesserung der Betreuung Demenzkranker hierzulande bis heute - acht Monate nach Verabschiedung des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes - kaum umgesetzt. In Einzelverhandlungen ist es den Städtischen Pflegeheimen jetzt gelungen mit den Pflegekassen eine tragfähige Vereinbarung über die Höhe des Vergütungszuschlages abzuschließen. "Damit können wir zusätzliches, sozialversicherungspflichtiges Personal einstellen, nach Tarif entlohnen und unsere Betreuungsangebote ausweiten", so Oberbürgermeister Dr. Zieger bei der Vorstellung des Konzeptes am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die zusätzliche Betreuung Demenzkranker ist eine Leistung der Pflegeversicherung, Heimbewohner werden an den Kosten nicht beteiligt. Der Verlust von Kontrolle über Denken, Sprechen und Handeln macht Angst. Gute Betreuung Demenzkranker braucht viel Zeit, Geduld, viel Einfühlungsvermögen und Gelassenheit. Die Errichtung von „beschützten", abgeschlossenen Pflegebereichen für Demenzkranke alleine schafft noch keine gute Betreuung! Oft fehlt es in der Hektik des Pflegealltages gerade an der Zeit und damit an Geduld und Gelassenheit. Die Pflegeversicherung richtete ihren Fokus bisher auf die rein somatische Pflege (Waschen, Anziehen, Essen geben ...). Der besondere Zeitbedarf für die Betreuung Demenzkranker wurde nur unzureichend berücksichtigt. Mit der Pflegereform zum 01.Juli 2008 wurde eine Kurskorrektur vorgenommen, dem besonderen Betreuungsbedarf von Menschen mit dementiellen und gerontopsychiatrischen Erkrankungen wurde Rechnung getragen. Auch wenn sich mit den neuen Möglichkeiten des Pflegeversicherungsgesetzes rein rechnerisch nur 10,2 Minuten zusätzliche Betreuung pro Tag und Bewohner ergeben, können die Städtischen Pflegeheime ihr Betreuungskonzept für Demenzkranke damit wesentlich ausweiten und ergänzen. Gut die Hälfte unserer Bewohner sind anspruchsberechtigt. Damit können wir mit dem Vergütungszuschlag ca. 5 neue Stellen für Betreuungsassistenten finanzieren und an unserem Prinzip der offenen und integrierten Versorgung festhalten! Wir sind zuversichtlich, dass es bei den Städtischen Pflegeheimen auch in Zukunft keine geschlossenen Bereiche für demenzkranke Menschen geben wird. Dass dies gelingen kann, zeigen die positiven Erfahrungen im Altenpflegeheim Berkheim. Dort haben engagierte Pflegekräfte unter Einbeziehung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen bereits im vergangenen Jahr die Pflegeabläufe neu strukturiert und speziell für dementiell erkrankte Bewohner eine qualifizierte Tagesbetreuung geschaffen. „ Diese Arbeit kann jetzt mit den zusätzlichen Betreuungsassistenten erweitert und die positiven Erfahrungen können auf die anderen Heime des Eigenbetriebes übertragen werden", so Rainer Wirth, Heimleiter des Altenpflegeheimes Berkheim.
So berichteten die Esslinger Zeitung und die Stuttgarter Zeitung von der Pressekonferenz am 19. März 2009. |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. März 2009 ) |
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