Coronavirus SARS-CoV-2

Informationen zur COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung des Bundes in Ergänzung zur aktuellen Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg für Pflegeeinrichtungen – Ergänzung zum Informationsbrief vom April 2021

 

Esslingen, 11.05.2021

Liebe Angehörige,

mit unserem letzten Schreiben vom 26.04.2021 haben wir Sie über mögliche Lockerungen informiert, die in Abhängigkeit von der Impfquote eines Heimes in Kraft treten. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert, die Impfquote in unseren Heimen liegt weiterhin unter 90%. Wie Sie den Medien sicherlich entnommen haben, hat die Bundesregierung mittlerweile eine Verordnung auf den Weg gebracht, die für geimpfte und genesene Personen Erleichterungen und Ausnahmen von Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 schafft. Bundestag und Bundesrat haben der Verordnung zugestimmt, seit heute liegen uns auch Umsetzungshinweise des Landes Baden-Württemberg vor.

Für unsere Heime gibt es folgende Änderungen:

Nach § 14 c CoronaVO setzt der Zutritt zu stationären Pflegeeinrichtungen durch Besucher einen negativen Corona-Test voraus. Diese Testpflicht entfällt nun für Besucher:innen mit einem Impfnachweis oder einem Genesenennachweis. Als vollständig geimpft gilt man 14 Tage nach der Zweitimpfung. Als genesen gilt man, wenn man die durchgemachte Infektion mittels PCR-Test nachweisen kann, der maximal sechs Monate und mindestens 28 Tage zurückliegt.

Die Nachweise sind am Empfang bei der unverändert notwendigen Besucherregistrierung vorzuzeigen. Dann kann der Besuch ohne vorherige Testung stattfinden. Alle anderen Hygieneregeln sind, wie im vorherigen Informationsschreiben dargestellt, einzuhalten. So ist innerhalb des Heimes weiterhin eine FFP 2- Maske zu tragen. Besuchen Sie einen geimpften Bewohner/ eine geimpfte Bewohnerin, kann im Zimmer auf das Tragen eine Schutzmaske und das Abstandhalten verzichtet werden.

Weiterhin gilt, dass maximal zwei Besucher:innen pro Tag und Bewohner:in möglich sind. Findet der Besuch gleichzeitig statt, dürfen die Besucher:innen höchstens aus einem weiteren Haushalt kommen. Dies gilt für alle Einrichtungen, deren Impfquote unter 90 % liegt. Allerdings, und das ist neu, zählen geimpfte Besucher:innen bei der Ermittlung der Haushalte nicht mit. Es könnten also eine Tochter z.B. aus München und ein Sohn z.B. aus Stuttgart gleichzeitig eine Bewohnerin besuchen, wenn einer davon vollständig geimpft oder genesen ist. Bei der Ermittlung der Besucheranzahl müssen aber alle  – unabhängig vom Impftstatus – mitgezählt werden. Es sind also auch in diesem Fallbeispiel max. zwei Besucher:innen möglich. Sie merken die Sache bleibt kompliziert!

Wenn wir eine Impfquote von über 90 % unter den Bewohner:innen erreicht haben, entfällt die Beschränkung der Besucherzahl. Sobald dies eintritt, werden wir Sie unverzüglich informieren.

Unsere Öffnungszeiten und die dazugehörigen Testangebote gelten unverändert weiter. Wir bitten Sie, diese Zeiten weiterhin einzuhalten, da für das Besuchermanagement unsere Empfänge besetzt sein müssen. Wie bereits gesagt, muss die Besucherregistrierung auch bei geimpften/genesenen Besuchern fortgesetzt werden.

Allen nicht vollständig geimpften oder genesenen Besuchern bieten wir weiterhin kostenlose PoC-Antigentests an:

Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten, bleibt der Zutritt zum Heim generell untersagt, auch wenn sie nach der jeweils aktuellen Absonderungsverordnung des Landes n i c h t  einer Absonderungspflicht unterfallen.

Der Besuch von Bewohnern, die infiziert sind oder bei denen ein begründeter Infektionsverdacht besteht, ist nur mit Einverständnis der Heimleitung unter gehobenen Schutzmaßnahmen (z.B. mit dem Tragen von Schutzkitteln) möglich.

Wie bisher weise ich darauf hin, dass es nach wie vor möglich ist, mit den Heimleitern abweichende Besuchsregeln zu vereinbaren, insbesondere zur Sicherstellung einer guten Sterbebegleitung.

Geimpfte und genesene Beschäftigte müssen sich künftig nur noch einmal pro Woche testen lassen. Alle übrigen Beschäftigten müssen sich weiterhin drei Mal pro Woche einem Antigen-Schnelltest unterziehen.

Ich zähle auch weiterhin auf Ihr Verständnis und Ihre Disziplin, damit wir es gemeinsam schaffen, diese Pandemie zu überwinden und unbeschadet zu überstehen. Insbesondere bitte ich Sie um eine gute Kooperation mit unseren Empfangsmitarbeiter:innen. Diese werden die notwendigen Auskünfte bei Ihnen einholen müssen, um zweifelsfrei festzustellen, ob Sie als vollständig geimpft oder genesen gelten können. Kommen Sie regelmäßig zu Besuch, genügt es, wenn Sie uns die entsprechenden Nachweisdokumente einmalig zur Erfassung vorlegen.

 

Herzliche Grüße

Ihr

Thilo Naujoks

Geschäftsführer

 


 

Informationen zu den aktuell geltenden Bestimmungen für unsere Pflegeeinrichtungen während der Corona-Pandemie: Regeln, die unverändert weitergelten und „Lockerungen“, die möglich sind.

 

Esslingen, 26.04.2021

Liebe Angehörige,

das Land Baden-Württemberg hat am 16. April 2021 die Änderung  der Corona- Verordnung für Krankenhäuser und Pflegeinrichtungen notverkündet. Ziel der Änderung ist es, nach den erfolgten Covid 19 –Schutzimpfungen in den Heimen, verschiedene Erleichterungen für Bewohner und Angehörige zuzulassen. Parallel hierzu müssen wir aber die Testverordnung, die Absonderungsverordnung, die allgemeine Corona-Verordnung des Landes und nunmehr auch die „Notbremse“ nach dem bundesweiten 4. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite beachten. Unklar sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch die bundeseinheitlichen Regelungen im Umgang mit geimpften Personen. Hier beziehen wir uns auf den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 19.04.2021. Es ist nicht ganz einfach aus dieser komplexen Materie heraus die richtigen Schlüsse im Sinne von einfachen und klaren Regeln für unseren Alltag zu ziehen. Daher stellen wir zunächst die Regeln und Bestimmungen dar, die unverändert fortgelten und dann in einem zweiten Schritt „Lockerungen“, die unabhängig von der Impfquote eines Heimes gelten und „Lockerungen“, die nur ab einer Impfquote von 90 % gelten.

Regeln, die unverändert weitergelten:

Die Pflicht, sich zu registrieren und die Testpflicht vor dem Betreten des Heimes gelten weiterhin. Zutritt hat nur, wer einen negativen PoC- Antigentest vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Hierfür bieten wir weiterhin kostenlose PoC-Antigentests zu den bekannten Besuchszeiten an (Zum Vergößern bitte Bild anklicken):

Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten, bleibt der Zutritt zum Heim generell untersagt, auch wenn sie nach der jeweils aktuellen Absonderungsverordnung des Landes n i c h t  einer Absonderungspflicht unterfallen.

Der Besuch von Bewohnern, die infiziert sind oder bei denen ein begründeter Infektionsverdacht besteht, ist nur mit Einverständnis der Heimleitung unter gehobenen Schutzmaßnahmen (z.B. mit dem Tragen von Schutzkitteln) möglich.

Bewohner können weiterhin pro Tag von zwei Personen besucht werden. (Eine Erhöhung der Besucherzahl bzw. die Neuregelung ist erst ab einer Impfquote von mind. 90 % im jeweiligen Heim möglich).

Im gesamten Heim sind die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten und es ist eine FFP-2 –Maske zu tragen.

Bewohner, die das Heim für Einkäufe, Spaziergänge o.ä. verlassen, müssen dies anzeigen und bei der Rückkehr die Hände desinfizieren.

Für Bewohner, die positiv getestet sind oder die engen Kontakt zu Infizierten hatten, besteht nach wie vor eine Absonderungspflicht (Änderung möglicherweise in Aussicht – s. nächster Abschnitt).

 

Lockerungen, die unabhängig von der Impfquote möglich sind:

Unabhängig von der Impfquote des Heimes und unabhängig vom eigenen Immunstatuts können Besucher von Bewohnern, die geimpft oder genesen sind, auf das Tragen einer Maske und das Einhalten des Mindestabstandes von 1,5 Metern im Bewohnerzimmer verzichten. Mit dieser Abweichung von der Maskenpflicht soll für geimpfte Bewohner wieder mehr Nähe zu Besuchern ermöglicht werden.

Bei vollständigem Impfschutz entfällt die Quarantänepflicht für enge Kontaktpersonen. Dies soll nach dem Willen der Gesundheitsministerkonferenz auch für Bewohner von Pflegeheimen gelten, was allerdings aktuell noch nicht in das Landesrecht übernommen worden ist.

 

Lockerungen, die möglich sind, wenn die Impfquote eines Heimes 90 % erreicht hat:

Grundsätzlich wird ab einer Impfquote von 90 % die Beschränkung auf zwei Besucher pro Tag aufgehoben.

Hat ein Heim diese Impfquote erreicht, ist außerdem wieder ein Besuch im Gemeinschaftsbereich möglich. Allerdings ist im Gemeinschaftsbereich von allen Besuchern wiederum eine FFP -2 Maske zu tragen sowie der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dies zum Schutz der vulnerablen Gruppe  bzw. der Nicht-Geimpften, die sich ebenfalls im Gemeinschaftsbereich aufhalten.

Durch die „Notbremse“ in Städten mit einer hohen Inzidenz (dazu gehört die Stadt Esslingen Stand heute mit einer Inzidenz von 235), ist die Anzahl der maximal möglichen Besucher allerdings wieder begrenzt. Es gelten dann dieselben Regeln wie für die Gesamtbevölkerung im „Hochinzidenzgebiet“:

  • Es dürfen maximal 5 Personen zusammenkommen, eine davon aus einem anderen Haushalt. Der Bewohner in seinem Zimmer gilt als Einzelhaushalt. Also können maximal 4 Personen, die in einem Haushalt wohnen, zu Besuch kommen. Aber Achtung: dies gilt nur, wenn die Impfquote von 90 % erreicht ist und gleichzeitig die „Notbremse“ zieht.
  • Kommen die Besucher aus verschiedenen Haushalten, müssen die Besuche hintereinander (sukzessive) stattfinden. Also z.B. Sohn aus Mannheim, Tochter aus München.

Entscheidend ist nunmehr die jeweils aktuelle Impfquote eines Heimes. Als geimpft gelten Bewohner, die bereits die Zweitimpfung erhalten haben (voller Impfschutz 14 Tage nach der Zweitimpfung). Diesen gleichgestellt sind die genesenen Bewohner, deren Erkrankung durch einen PCR-Test nachgewiesen wurde. Die Erkrankung darf aber nicht länger als 6 Monate zurückliegen. Sind beide Anforderungen erfüllt, dürfen beide Gruppen zur Ermittlung der Impfquote zusammengezählt werden.

Wir hatten die Impfquote in fast allen Einrichtungen schon einmal erfüllt gehabt. Viele Erkrankungen z.B. in der Pliensauvorstadt liegen mittlerweile aber über 6 Monate zurück, so dass wir diese Bewohner nicht mehr berücksichtigen können. Bewohner, die neu ins Pflegeheim einziehen und nicht geimpft sind, senken die Quote ebenfalls wieder deutlich ab. Wir bemühen uns fortlaufend um neue Impftermine durch das mobile Impfteam oder über die Hausärzte. Allerdings haben wir auch Bewohner unter uns, die das Impfangebot grundsätzlich ablehnen. Da wir zu den Pflegeheimen gehören, die gleich zu Jahresbeginn Impftermine erhalten haben, ist die Impfquote teils bereits wieder deutlich abgesunken. Aktuell erreichen wir in keinem Pflegeheim die 90 % – Marke.

Hier der aktuelle Stand Zum Vergößern bitte Bild anklicken):

Für den 17.05.2021 konnten wir für das Pflegeheim Pliensauvorstadt einen Termin mit dem mobilen Impfteam vereinbaren für alle impfbereiten Bewohner, die zum Zeitpunkt des ersten Impfeinsatzes noch nicht geimpft werden konnten, da die Infektion damals noch nicht lange genug zurücklag. Große Hoffnung setzen wir künftig in die fortlaufende Impfung hochbetagter Menschen durch die Hausärzte.

Liebe Angehörige, Sie sehen die Umsetzung der vorliegenden Verordnungen und Gesetze ist komplex. Konkret hat sich – anders als in den Medien verkündet –  auch nicht sehr viel verändert. Manches lässt sich sicherlich auch kritisch hinterfragen. Allerdings orientieren sich die Verordnungsgeber sehr stark an den Empfehlungen des RKI. Und das ist auch gut so. Wir erleben derzeit, dass vereinzelt auch Bewohner mit vollem Impfschutz positiv getestet werden. Diese können zwar durchaus infektiös sein (daher gibt es dann auch weiterhin Quarantäneanordnungen), aber die gute Nachricht ist, dass sie alle keine Symptome entwickeln, also gut geschützt vor schweren Krankheitsverläufen sind.

Daraus können wir zweierlei Erkenntnisse ziehen:

Erstens: Impfen ist wichtig und hat eine gute Schutzwirkung. Es lohnt sich!

Zweitens: um unsere noch nicht geimpften Bewohner nicht zu gefährden, müssen wir aber weiterhin sehr vorsichtig sein und unsere Hygieneregeln einschließlich der Testpflichten einhalten.

Daher unterziehen sich unsere Beschäftigten auch weiterhin dreimal pro Woche einem PoC-Antigentest. Die Geimpften unter ihnen sind aber lediglich zu einem Test pro Woche verpflichtet, so die aktuelle Rechtslage. Wir halten aber nach wie vor auch geimpfte Beschäftigte nachdrücklich dazu an, sich dreimal wöchentlich testen zu lassen.

Trotz mancher Einschränkungen können wir den Blick auch auf das Positive richten:

Mit der 3er-Kombination „Impfen-Testen-Hygieneregeln“ haben wir das Infektionsgeschehen derzeit weitgehend unter Kontrolle. Besuche sind an allen Wochentagen möglich, ab einer Impfquote von 90 % selbst unter den Bedingungen der „Notbremse“ unter bestimmten Voraussetzungen mehr als zwei Personen pro Tag. Auch in Vor-Corona-Zeiten hatten die wenigsten Bewohner so viel Besuch! Bei geimpften Bewohnern entfällt für Besucher im Zimmer die Maskenpflicht und innerhalb der Wohnbereiche und Hausgemeinschaften gibt es viele Gruppenangebote sowie ein weitgehend normales Heimleben. Lediglich auf unsere Cafés als gastronomische Betriebe und große bereichsübergreifende Veranstaltungen gemeinsam für Gäste und alle Bewohner müssen wir noch verzichten.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass es nach wie vor möglich ist, mit den Heimleitern abweichende Besuchsregeln zu vereinbaren, insbesondere zur Sicherstellung einer guten Sterbebegleitung.

Ich zähle auch weiterhin auf Ihr Verständnis und Ihre Disziplin, damit wir es gemeinsam schaffen, diese Pandemie zu überwinden und unbeschadet zu überstehen.

 

Herzliche Grüße

Ihr

Thilo Naujoks

Geschäftsführer

 


Zeitungsartikel vom 23.12.2020 aus der Esslinger Zeitung

"Ein Symbol der Menschlichkeit"

Bild: Zeitungsartikel "Ein Symbol der Menschlichkeit"