Coronavirus SARS-CoV-2

Esslingen, 14.05.2020

 

Lockerung der Besuchsverbote in Pflegeheimen ab dem 18.05.2020 – die Besuchsregelung der Städtischen Pflegeheime Esslingen am Neckar

Liebe Angehörige, Freunde und Betreuer unserer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner,

heute gibt es gute Nachrichten: ab dem 18.05.2020 werden die derzeitigen Besuchsverbote, die nur Ausnahmen zuließen, durch „Besuche ermöglichende Regelungen“ abgelöst. Die Pflegeheime dürfen also wieder zu Besuchszwecken betreten werden. Die Coronaverordnung des Landes wird für die Pflegeheime nochmals geändert. Am 13.05.2020 haben wir vorab Hinweise und Empfehlungen des Sozialministeriums erhalten, in welchem Rahmen wir unsere einrichtungsspezifischen Besuchskonzepte gestalten können.

Nach vielen Wochen der eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten möchte ich Ihnen zuerst allen ganz herzlich für Ihre Disziplin, Ihre Geduld und die Einhaltung des Besuchsverbotes danken. Vielen von Ihnen ist dies sicherlich sehr schwer gefallen. Umso größer dürfte jetzt die Freude sein, dass das Besuchsverbot gelockert wird. Und das ist wörtlich zu nehmen: es wird gelockert, aber es fällt nicht! Nach wie vor ist die Gefahr für unsere Bewohner*innen sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und daran zu sterben groß. Es bedarf weiterhin strenger Schutzmaßnahmen, auch für unsere Beschäftigten. Alle Maßnahmen, die wir seit dem Ausbruch der Pandemie ergriffen haben, waren sehr erfolgreich. Wir haben keine Todesopfer durch das Coronavirus zu beklagen, Infektionen konnten entweder ganz verhindert oder Infektionsketten sofort unterbrochen werden.  Das soll auch so bleiben. Vorrang vor dem berechtigten Wunsch nach häufigen Sozialkontakten, muss auch weiterhin der effektive Schutz unsere Bewohner*innen haben.

Dennoch haben wir bei der Ausarbeitung des Besuchskonzeptes unter Beachtung aller vorgegebenen Regeln in jedem Heim viele Besuchsmöglichkeiten geschaffen. Je nach Leistungsfähigkeit einer Einrichtung gibt es aber Unterschiede, denn die Organisation der Besuche und die Begleitung der Besucher sind sehr personalintensiv.

Unangemeldete Besuche werden auch weiterhin nicht möglich sein, die Termine werden am Empfang vergeben und der Besuchsverlauf muss zur Nachverfolgung für das Gesundheitsamt im Bedarfsfall genau registriert werden. Die Besuche selbst finden in Besuchsräumen statt und nur in Ausnahmefällen in den Einzelzimmern, zum Beispiel dann, wenn unsere Bewohner*innen bettlägerig sind und das Zimmer nicht verlassen können. Pro Besuch sind maximal zwei Personen zulässig.

Insgesamt konnten wir über 250 Besuchsmöglichkeiten pro Woche schaffen, damit können über 500 externe Personen unsere Häuser betreten. An diesen Zahlen wird deutlich, dass das Risiko eines Viruseintrages in die Heime nicht unerheblich ist. Wir bieten nur Besuchsmöglichkeiten an, die sich nach intensiver Beratung gut mit dem Infektionsschutz vereinbaren lassen. Die Besuchsmöglichkeiten verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Heime:

(Wenn die Tabellen zu klein dargestellt werden, bitte darauf klicken. Sie öffnen sich in einem neuen Fenster.)

Bitte melden Sie sich rechtzeitig am Empfang an und teilen Sie uns Ihren Wunschtermin mit. Sollte dieser bereits vergeben sein, müssen wir auf die nächste Möglichkeit ausweichen.

Besuche zur Sterbebegleitung werden wir wie bisher unabhängig von den genannten Besuchszeiten und Besuchsmöglichkeiten organisieren.

Ebenfalls ab dem 18.05.2020 ist das berufsmäßige Betreten der Pflegeheime wieder erlaubt. Seelsorger, Frisöre, Physiotherapeuten und Fußpfleger dürfen also wieder kommen. Für diese Personengruppe gelten jedoch nahezu dieselben Regeln. D.h. es ist eine Voranmeldung bei der Heim- oder Pflegedienstleitung erforderlich und die betretbaren Räume müssen im Vorfeld abgestimmt bzw. zugewiesen werden.

Die genaue Beschreibung der Regelungen zu den Besuchsvoraussetzungen und zum Ablauf des Besuchs finden Sie im Anhang zu diesem Informationsbrief.

Liebe Angehörige, Freunde und Betreuer unserer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner, wie Sie unschwer erkennen können, sind wir noch weit vom Normalzustand unserer offenen und lebendigen Quartiershäuser entfernt. Dennoch sind wir froh, diese ersten Schritte zur Öffnung der Heime gemeinsam mit Ihnen gehen zu können. Wir werden, je nachdem wie sich das weitere Infektionsgeschehen im Land entwickelt, unser Besuchskonzept fortlaufend überprüfen und anpassen. Treten COVID-19 Erkrankungen im Heim auf, wird das Besuchskonzept bis zur Abklärung mit dem Gesundheitsamt ausgesetzt.

Noch nicht geklärt ist derzeit, wann und unter welchen Bedingungen wir unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die wir sehr vermissen, wieder begrüßen dürfen. Ebenfalls noch nicht absehbar ist bislang, ab wann unsere Cafés mit dem Mittagstisch wieder öffnen dürfen. Die Cafés sind ja nicht nur Gastronomiebetrieb, sondern auch Orte der Begegnung für Besucher und Heimbewohner*innen. Da treffen zwei Regelwerke aufeinander, die derzeit noch nicht abgestimmt sind. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie möglichst bald wieder als unsere Gäste begrüßen dürften. Halten Sie bis dahin durch und bleiben Sie gesund!

Ebenfalls geschlossen bleiben bis auf weiteres unsere Tagespflegeeinrichtungen. Auch hier müssen wir auf eine Entscheidung des Sozialministeriums warten. Bis dahin freuen wir uns aber über die zusätzlichen Mitarbeiter*innen aus der Tagespflege, die uns in den Heimen bei dem derzeit stark erhöhten Arbeitsaufwand hervorragend unterstützen.

Soweit die aktuellen Informationen. Bitte lesen Sie die nachfolgenden verbindlichen Besuchsregelungen vor einem geplanten Besuch in unseren Heimen sehr sorgfältig durch. Bei Fragen dürfen Sie sich gerne an uns wenden.

 

Herzliche Grüße

Ihr

Thilo Naujoks

 

Verbindliche Besuchsregelungen in den Einrichtungen der Städtischen Pflegeheime Esslingen am Neckar ab dem 18.05.2020:

Im Vorfeld des Besuches:

  • Besuche durch Personen, die in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einer SARS-CoV-2 infizierten Person hatten oder die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur aufweisen oder die an akuten Störungen des Geruchs-/Geschmacksinns oder an Erbrechen oder Durchfall leiden, sind weiterhin nicht gestattet.
  • Besuche sind nur nach Terminvereinbarung möglich, unangekündigte Besucher*innen werden abgewiesen. Die Terminvereinbarung muss mindestens 24 Stunden vor dem geplanten Besuch stattfinden.
  • Am Empfang wird eine Liste für das Besuchermanagement geführt. Besuchstermine werden durch die Mitarbeiter*innen am Empfang zu den im jeweiligen Heim üblichen Öffnungszeiten vergeben.
  • Sind alle möglichen Besuchstermine an einem Tag ausgeschöpft, ist der Besuchswunsch auf einen anderen Tag zu verlegen.
  • Besuchszeiträume und Besuchskapazitäten werden einrichtungsindividuell durch die Heimleitung innerhalb der Leistungsgrenzen einer Einrichtung festgelegt.
  • Die maximale Besuchsdauer beträgt 30 Minuten, es sind höchstens zwei Besucher*innen pro Bewohner*in zulässig.
  • Wir bitten darum, dass grundsätzlich möglichst zwei feste Besuchspersonen pro Bewohner benannt werden. Damit kann das Risiko des Viruseintrages ins Heim deutlich reduziert werden.
  • Pro Bewohner*in und Tag ist höchstens ein Besuch möglich. Damit alle Bewohner*innen nach der langen Abschottung in den Genuss eines Besuches kommen, bitten wir zunächst dringend darum,  sich auf einen Besuch pro Woche zu beschränken.

Beginn und Ablauf des Besuches:

  • Besucher*innen müssen am Empfang registriert werden, ebenfalls der Zeitpunkt des Verlassens der Einrichtung, damit ggf. eine Kontaktnachverfolgung gewährleistet werden kann. Hierzu ist auch die Abgabe der Kontaktdaten erforderlich.
  • Vor Betreten der Einrichtung müssen Besucher*innen über die Verhaltensregeln unterwiesen werden und eine Händedesinfektion durchführen.
  • Besucher*innen müssen die Unterweisung und den Erhalt eines Merkblattes mit Unterschrift bestätigen.
  • Während des Besuches ist durchgängig eine Mund-Nasen-Bedeckung, die mitgebracht werden muss, zu tragen. Möglich ist auch eine nicht-medizinische Alltagsmaske.
  • Der Besuch ist lediglich in den von der Heimleitung zugewiesenen Räumen möglich.
  • In den Besuchsräumen muss der Abstand zwischen den Besuchstischen mindestens 2 Meter betragen.
  • Nach jedem Besuch ist der Besuchsplatz von den Beschäftigten der Einrichtung zu desinfizieren.
  • Bei Bewohner*innen, die das Zimmer nicht verlassen können (bettlägerige Bewohner*innen), ermöglicht die Einrichtung einen Besuch im Einzelzimmer. Besucher*innen müssen auf dem Weg dorthin durch einen Beschäftigten des Heimes begleitet werden. Andere Räumlichkeiten dürfen von den Besucher*innen nicht betreten werden. Für das Verlassen des Zimmers ist über das Patientenrufsystem ein/e Mitarbeiter/in anzufordern.
  • Besucher*innen müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu allen Personen in der Einrichtung einhalten und auf Körperkontakt mit ihren Angehörigen verzichten. Ist der Mindestabstand in begründeten Einzelfällen nicht gewährleitet (z.B. während der Sterbebegleitung)  ist zusätzlich zum Mund-Nasen-Schutz ein Schutzkittel zu tragen, der von der Einrichtung gestellt wird.
  • Beim Check-out sind unbeabsichtigt entstandene Kontakte zu anderen Bewohner*innen oder Beschäftigten anzugeben.
  • Besuche von Bewohner*innen, die als „Verdachtsfälle“ eingestuft werden (verdächtige Symptome, Neuaufnahmen und Krankenhausrückkehrer) sind nur nach Absprache und unter besonderen Schutzmaßnahmen im Einzelzimmer möglich. Besucher*innen müssen in diesen Fällen eine komplette Schutzausrüstung (FFP-2 Maske und Schutzkittel), die vom Pflegeheim gestellt wird, anlegen.

Personen, die die Einrichtung berufsmäßig betreten:

  • Das berufsmäßige Betreten der Einrichtung ist ab dem 18.05.2020 wieder möglich.
  • Für Personen, die die Einrichtung berufsmäßig betreten (Seelsorger, Frisöre, Physiotherapeuten, Fußpfleger u.a.), gelten dieselben Regeln für den Besuchsablauf. Das Management hierfür (Terminvergabe, Führung der Besucherliste, Unterweisung etc.) übernimmt die Heimleitung oder Pflegedienstleitung.

Grundsätzliches:

  • Bei Nichteinhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln kann die Besuchsperson der Einrichtung verwiesen und ein zeitlich befristetes Besuchsverbot ausgesprochen werden.
  • Diese Besuchsregelung wird hinsichtlich des Infektionsgeschehens regelmäßig überprüft. Tritt in der Einrichtung ein SARS-CoV-2 –Infektionsfall auf, werden die Besuchsmöglichkeiten sofort beendet und erst nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in dann eventuell eingeschränkter Weise wieder aufgenommen.

Das Verlassen der Einrichtung:

  • Die generelle Ausgangsbeschränkung für Heimbewohner wurde aufgehoben. Das Verlassen der Einrichtung ohne triftigen Grund ist wieder möglich.
  • Für Bewohner*innen, die das Heim verlassen, gelten dieselben Regeln wie für die Allgemeinbevölkerung (Abstandsregeln, Maskenpflicht u.a.). Bewohner*innen, die die Einrichtung verlassen, müssen aber nach Rückkehr in die Gemeinschaftsbereiche der Einrichtung für 14 Tage einen Mund-Nasen-Schutz tragen und bei dem Betreten der Einrichtung eine Händedesinfektion durchführen.
  • Adressaten dieser Verpflichtung sind die Bewohner*innen. Dies ist v.a. für eventuelle Haftungsfälle bedeutend. Für dementiell erkrankte Bewohner*innen, die nicht in der Lage sind, die geforderten Regeln zur Infektionsvorbeugung einzuhalten, besteht die Ausgangsbeschränkung faktisch weiter.
  • Wenn Bewohner*innen begleitet durch das Personal der Einrichtung einen Spaziergang machen und dabei keine Sozialkontakte zu weiteren Personen stattgefunden haben, kann auf das Tragen einer Schutzmaske nach Rückkehr in die Einrichtung verzichtet werden.