Coronavirus SARS-CoV-2

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Der Schutz unserer besonders gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohner und unserer Beschäftigten hat höchste Priorität.

Zugangsbeschränkungen für den Besuch von Personen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind ein zentraler Punkt der von der Landesregierung beschlossenen Schutzstrategie. Seit dem 22.03.2020 wurden diese nochmals verschärft. Auf Grundlage der Verfügung der Stadt Esslingen am Neckar gilt für alle unsere Pflegeheime ein

Besuchsverbot


Ausnahmen können im äußersten Notfall nach vorheriger Absprache und Genehmigung nur durch die Heim- oder Pflegdienstleitung zugelassen werden.

Die Cafés der Städtischen Pflegeheime bleiben ab sofort geschlossen.

 

Esslingen, 24.03.2020

Geschäftsführung


Esslingen, 24.03.2020

 

Coronavirus SARS-CoV-2 – aktueller Sachstandbericht

Liebe Angehörige, Freunde und Betreuer unserer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner,

die Pandemie schreitet fort, nahezu täglich erreichen uns neue Erlasse und Verordnungen der Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden sowie fortgeschriebene Empfehlungen des Robert-Koch- Institutes. Seit dem letzten Informationsschreiben vom 16.03.2020 hat sich eine Menge ereignet, das tägliche Leben von uns allen wurde teils erheblich eingeschränkt. Mit diesem Informationsbrief möchten wir Sie auf den aktuellen Stand bringen, welche Auswirkungen die Pandemie gegenwärtig auf unsere Pflegeheime hat.

Für alle unsere Heime gilt ein Besuchsverbot (Allgemeinverfügung der Polizeibehörde der Stadt Esslingen am Neckar zum Schutz besonders vulnerablen Personen in Einrichtungen), unsere Cafés haben geschlossen, der Betrieb der Tagespflegeeinrichtungen wurde auf Grundlage einer Verordnung des Sozialministeriums untersagt.

Ich kann gut nachvollziehen, dass es vielen von Ihnen sehr schwer fällt, das Besuchsverbot zu akzeptieren. Dennoch muss ich nochmals an Sie appellieren, auf ein Betreten der Heime zu verzichten und mitzuhelfen, unsere Heime frei vom Coronavirus zu halten. Sie selbst könnten, ohne es zu wissen und ohne Symptome zu haben, Virusträger sein und unsere Bewohnerinnen und Bewohner infizieren. Eine Infektionskette wäre dann nur sehr schwer und mit drastischen Mitteln zu unterbinden. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner könnte eine Infektion tödlich verlaufen.

Bis heute waren unsere präventiven Maßnahmen erfolgreich. Auch Beschäftigte mit Symptomen oder Beschäftigte, in deren Umfeld das Coronavirus auftrat, schicken wir vorsorglich zum Arzt oder veranlassen einen Test mit anschließender Freistellung vom Dienst für 14 Tage. Auch Physiotherapeuten, Frisöre und Fußpfleger dürfen unsere Heime nicht mehr betreten, es sei denn, es ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich und die Einrichtungsleitung hat den Zutritt ausdrücklich zugelassen.

Auch Lieferanten dürfen die Heime nicht mehr betreten, die Warenübergabe findet vor unseren Türen statt, heimübergreifende Tätigkeiten unserer Führungskräfte und Funktionsträger beschränken wir auf ein Mindestmaß ( z.B. auf den technischen Einsatzdienst).

Das Engagement unserer vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mussten wir, wie bereits informiert, schweren Herzens bereits vor geraumer Zeit aussetzen. Wir erfahren jetzt hautnah, was dabei verlorengeht!

Das alles hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf den Alltag im Pflegeheim. Die Reduzierung sozialer Kontakte, genau das, was wir bisher mit aller Energie gefördert haben, legt sich auf das Gemüt von Bewohnerinnen und Bewohnern und unseren Beschäftigten.

Jetzt bewährt es sich, dass wir immer an einem starken Sozialdienst festgehalten haben. Verstärkt gehen die Beschäftigten der Sozialdienste auf die Wohnbereiche und Hausgemeinschaften und bieten Sturzprophylaxe, Gymnastik, Qi Gong Bewegungsübungen, Gedächtnistraining, Moto Med, Spielerunden, Musik und vieles mehr an. Auch können wir in allen Heimen einen Zugang zu beschützten Gärten anbieten. Wichtig ist, dass wir es schaffen, unsere Bewohnerinnen und Bewohner von einem Gang in die Stadt mit Kontakt zu anderen Menschen abzuhalten.

Da wir seit Montag, dem 23.03.2020 unsere Tagespflegeeinrichtungen geschlossen haben, stehen für die Pflege und Betreuung zusätzliche Pflegekräfte aus der Tagespflege zur Verfügung, die wir jetzt im stationären Bereich einsetzen können. Aktuell können wir damit bestehende Mitarbeiterausfälle gut kompensieren und die Teams verstärken.

Als weitere Schutzmaßnahme haben wir die Aufnahme neuer Bewohnerinnen und Bewohner aus dem privaten, häuslichen Umfeld ganz eingestellt, ebenso die Kurzzeitpflege. Die Heimaufnahme bieten wir nur noch den Kliniken zu deren Entlastung an. Voraussetzung ist ein negativer Test auf das Coronavirus und eine 14- tägige Quarantäne neuer Bewohnerinnen und Bewohner in deren Zimmer nach Heimeinzug.

Ich denke mit all diesen Maßnahmen wird deutlich, dass es unser oberstes Ziel ist, das Coronavirus aus unseren Einrichtungen fernzuhalten. Bisher war dies erfolgreich.

Sollten wir dennoch in nächster Zeit infizierte Bewohnerinnen und Bewohner oder infizierte Beschäftigte unter uns haben, greifen wir auf unsere Notfallpläne zurück. Dies bedeutet insbesondere, dass dann nach Anordnung durch das Gesundheitsamt entweder einzelne Bewohner oder ganze Bereiche bzw. ein ganzes Heim unter Quarantäne gestellt werden. Ggf. sind dann auch durch die Ortspolizeibehörde freiheitsbeschränkende Maßnahmen anzuordnen. Derzeit bereiten wir die freigewordenen Räume der Tagespflegeeinrichtungen als „Isolierstation“ vor, um zusätzliche Ausweichmöglichkeiten für den Ernstfall zu gewinnen. Für alle Schnittstellen zwischen Hauswirtschaft (Küche, Wäscherei, Gebäudereinigung) und den Pflegebereichen gelten dann besondere Regeln und Vorschriften.

Diese massiven Einschränkungen möchten wir unseren Bewohnern, besonders auch den vielen Demenzkranken unter ihnen, die sich nur schwer in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken lassen und die das alles gar nicht mehr nachvollziehen können, gerne ersparen. Deshalb nochmals die dringende Bitte: helfen Sie mit, indem Sie auf Besuche ganz verzichten.

Es ist uns bewusst, dass ein Besuchsverbot für Sie als besorgte Angehörige und für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, die den vertrauten Besuch vermissen, sehr hart ist und eine große Belastung darstellt. Wir versuchen daher möglichst rasch, alternative Kontaktmöglichkeiten über neue Medien (z.B. mit Hilfe einer App oder per Skype) zu schaffen, insbesondere dann, wenn Telefonieren nicht möglich ist. Die Voraussetzungen und Möglichkeiten hierfür sind in jedem unserer Heime anders. Gerne dürfen Sie sich hierfür an unsere Heimleiterinnen und Heimleiter wenden.

Unser größtes Problem ist derzeit die Beschaffung von Schutzausrüstung. Die Bestände der Schutzkittel und FFP 2 – Masken, auch des einfachen Nasen-Mund-Schutzes gehen bald zu Ende, viele Lieferversprechungen unserer Händler können nicht eingehalten werden, die vom Land versprochene Zuteilung lässt auf sich warten. Es ist ein tägliches Ringen um Nachschub. Dasselbe gilt auch für Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Das Hamstern in der Bevölkerung ist absolut unverantwortlich, da diese wichtigen Dinge jetzt in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und ambulanten Pflegediensten fehlen. Ich hoffe Sie gehören nicht zu denen, die gehamstert haben. Wenn doch, dürfen Sie Atemmasken und Desinfektionsmittel gern  – auch anonym per Boten – bei uns abgeben.

Liebe Angehörige, meine besondere Wertschätzung gilt in diesen Tagen allen Beschäftigten in unseren Heimen, allen voran unseren Pflegekräften. Bis jetzt haben wir nur wenige Ausfälle zu verzeichnen. Ich hoffe sehr, dass dies auch so bleibt, wenn wir tatsächlich eines Tages mit dem Coronavirus infizierte Bewohnerinnen und Bewohner versorgen müssen. Daher müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, auch unsere Beschäftigten vor einer Infektion zu schützen. Auch hierfür benötigen wir ausreichend Schutzausrüstung und eine sichere Organisation innerhalb der Heime. Pflege heißt Verantwortung für das Leben anderer zu übernehmen, auch wenn eine Eigengefährdung dabei nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann.

Die Corona-Krise führt dazu, dass dieser Aspekt der Altenpflege wieder in den Mittelpunkt rückt. Das Bundesgesundheitsministerium hat dieser Tage den „Pflege-TÜV“, also die Überprüfung der Pflege durch den Medizinischen Dienst sowie die zeitaufwendige Erhebung der neuen Pflegequalitätsindikatoren konsequenterweise ausgesetzt. Alle Zeit und Energie soll ab sofort für die Pflege und Betreuung zur Verfügung stehen.

Soweit die wichtigsten, aktuellen Informationen. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Werfen Sie immer wieder auch einen Blick auf die Homepage der Städtischen Pflegeheime Esslingen (www.pflegeheime-esslingen.de). Dort stellen wir ebenfalls aktuelle Informationen ein.

Aber das Wichtigste ist: bleiben Sie gesund! Ich wünsche Ihnen allen die nötige Kraft und viel positive Energie, um gut und unbeschadet durch diese für unser Land so ungewohnte Krisenzeit zu kommen.

Herzliche Grüße


Thilo Naujoks