Vom Pflegeheim nach Hause zu können ist selten….

Artikel aus dem Heimjournal Nr. 96 (Winter 2014/2015)

Mit Freude möchte ich Ihnen von den Erfolgen unserer Arbeit berichten. Frau A., eine junge Bewohnerin, das Pflegeteam des Neubau III und ich als MH-Kinaestetics-Trainerin hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen und haben es erreicht. Dies ist vor allem dem starken Willen von Frau A. zu verdanken. Vier Jahre hat sie gekämpft und nicht aufgegeben. Sie kam als bettlägerige Bewohnerin zu uns ins Altenpflegeheim Obertor. Langsam hat sie wieder gelernt, sich selbstständig im Rollstuhl fortzubewegen und mit Unterstützung zu stehen und schließlich zu gehen.

Ein großer Wunsch von ihr kann jetzt in Erfüllung gehen: bald kann sie wieder bei ihrem Mann und ihren Kindern zu Hause wohnen. Ein ganz besonderes Lob gilt den Pflegekräften im Neubau 2 und 3, die die Pflege kompetent und anhaltend nach kinaesthetischen Grundsätzen durchgeführt haben.

Wegen einer rechtsseitigen Lähmung stand die Schulung der Körperwahrnehmung im Vordergrund. Die gesunde Körperseite wurde täglich aktiviert und der gelähmte Körperbereich während der Pflege passiv mitbewegt. Verschiedene Hilfsmittel sind organisiert worden und Physio- und Ergotherapeuten haben ergänzend mitgewirkt.

Eine große Herausforderung war der tägliche Positionswechsel vom Bettrand in den Rollstuhl. Anfangs wurde diese Aktivität von medizinischen Hilfsmitteln übernommen. Mit einzelnen MH-Kinaesthetics-Konzepten haben wir eine Alternative gefunden: täglich ermöglichen die Pflegemitarbeiter durch gleichzeitig gemeinsames Rüberrutschen das Umsetzen in den Rollstuhl. Mit den neu erlernten Fähigkeiten übte Frau A. die eigene Fortbewegung im Rollstuhl. Ihre Beinmuskulatur hat sie täglich zusätzlich durch die Nutzung des MOTOmed im Haus gestärkt.

Seit diesem Jahr kann Frau A. wieder stehen und mit Unterstützung gehen. So eine Freude und ein Glück!

Herzlichst

Bianca Schuler
MH Kinaesthetics Trainerin in der Pflege