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In Zell und Mettingen sollen ambulant betreute Wohngemeinschaften entstehen - Verwaltungsausschuss beschließt nächste Schritte zur Realisierung
In Zell und Mettingen sollen ambulant betreute Wohngemeinschaften entstehen - Verwaltungsausschuss beschließt nächste Schritte zur Realisierung
07.08.2026

Ess­lin­gen will das Ange­bot für pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen erwei­tern und setzt dabei auf neue Wohn- und Betreu­ungs­an­ge­bo­te. In Zell und Mett­in­gen sol­len ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaf­ten ent­ste­hen, die mehr Selbst­be­stim­mung mit einer ver­läss­li­chen Betreu­ung ver­bin­den. Der Ver­wal­tungs­aus­schuss hat nun die nächs­ten Schrit­te zur Rea­li­sie­rung der geplan­ten Bau­vor­ha­ben beschlossen.

Mehr Selbst­stän­dig­keit mit ver­läss­li­cher Unterstützun
Der Bedarf an Pfle­ge- und Betreu­ungs­an­ge­bo­ten wächst. Gleich­zei­tig unter­schei­den sich die Wün­sche und Bedürf­nis­se pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen immer stär­ker. Die neu­en Wohn­ge­mein­schaf­ten sol­len des­halb das bestehen­de Ange­bot ergän­zen und eine wei­te­re Vari­an­te zwi­schen eige­nem Zuhau­se und klas­si­schem Pfle­ge­heim schaffen. 
Die Pla­nun­gen gehen auf eine Stra­te­gie zur Zukunfts­si­che­rung der Städ­ti­schen Pfle­ge­heime vom Dezem­ber 2024 zurück. Ziel ist es, den stei­gen­den Bedarf an Pfle­ge- und Betreu­ungs­an­ge­bo­ten auch mit neu­en Wohn­for­men zu decken. 
Statt aus­schließ­lich klas­si­scher sta­tio­nä­rer Pfle­ge sol­len ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaf­ten ent­ste­hen, in denen die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner in einem eige­nen Zim­mer leben, aber gemein­schaft­lich kochen, essen und den All­tag indi­vi­du­ell gestalten. 
Unter­stüt­zung erhal­ten sie durch rund um die Uhr anwe­sen­de Prä­senz­kräf­te sowie – nach indi­vi­du­el­lem Bedarf – ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te. Auch Ange­hö­ri­ge kön­nen sich stär­ker ein­brin­gen als in einer sta­tio­nä­ren Ein­rich­tung. „Die Senio­ren­pla­nung 2030 hat den Bedarf an neu­en Wohn- und Ver­sor­gungs­for­men deut­lich auf­ge­zeigt. Mit den ambu­lant betreu­ten Wohn­ge­mein­schaf­ten set­zen wir nun eine zen­tra­le Maß­nah­me die­ser Stra­te­gie um und schaf­fen ein wei­te­res Ange­bot für Men­schen, die Unter­stüt­zung brau­chen, aber mög­lichst selbst­be­stimmt leben möch­ten“, betont Sozi­al­bür­ger­meis­ter Yal­cin Bayraktar.

Drei Wohn­ge­mein­schaf­ten an zwei Standorten
In Zell ent­ste­hen am Stand­ort „Am Alten Neckar“ zwei ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaf­ten mit jeweils zwölf Plät­zen. Ergänzt wer­den sie durch 16 Appar­te­ments für betreu­tes Woh­nen. Für das Bau­vor­ha­ben sind Inves­ti­tio­nen von rund zehn Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­hen. In Mett­in­gen ist auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Grund­schu­le eine wei­te­re ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaft mit zwölf Plät­zen geplant. Dort soll das bestehen­de Gebäu­de abge­bro­chen wer­den, weil es sich nicht bar­rie­re­frei und alters­ge­recht umbau­en lässt. Der Neu­bau ist mit rund 3,1 Mil­lio­nen Euro veranschlagt. 
Mit den bei­den Stand­or­ten in Zell und Mett­in­gen wird zugleich eine Lücke in der wohn­ort­na­hen Pfle­ge­ver­sor­gung in den bei­den Stadt­tei­len geschlos­sen. Zudem sind die vor­ge­se­he­nen Grund­stü­cke im Besitz der Stadt.

Rea­li­sie­rung nimmt Fahrt auf
In sei­ner jüngs­ten Sit­zung beauf­trag­te der Ver­wal­tungs­aus­schuss die Städ­ti­schen Pfle­ge­heime, das Ver­ga­be­ver­fah­ren an ein Archi­tek­tur­bü­ro ein­zu­lei­ten. Die­ses soll die Pla­nun­gen sowohl für Zell als auch Mett­in­gen über­neh­men. Die Umset­zung der Bau­pro­jek­te soll dann 2027 beginnen. 
„Die Rea­li­sie­rung der ambu­lant betreu­ten Wohn­ge­mein­schaf­ten rückt durch den Beschluss ein gro­ßes Stück näher“, sagt Thi­lo Nau­joks, Geschäfts­füh­rer der Städ­ti­schen Pfle­ge­heime Ess­lin­gen. „Nun wird sicht­bar, wor­an die Pro­jekt­grup­pen der Städ­ti­schen Pfle­ge­heime seit Mona­ten inten­siv arbeiten.“
Rücken­wind erhält das Vor­ha­ben durch das neue Teil­ha­be- und Pfle­ge­qua­li­täts­ge­setz (TPQG). Ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaf­ten fal­len nicht mehr unter das Heim­ge­setz und kön­nen dadurch fle­xi­bler orga­ni­siert wer­den. Die Neu­bau­ten sol­len des­halb so geplant wer­den, dass sie auch auf künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen in der Pfle­ge reagie­ren können. 
„Pfle­ge­heime wer­den wir auch künf­tig in gro­ßem Umfang brau­chen“, sagt Nau­joks. „Ambu­lant betreu­te Wohn­ge­mein­schaf­ten schaf­fen aber zusätz­li­che Wahl­mög­lich­kei­ten und stär­ken die Selbst­be­stim­mung pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen. Genau die­se Viel­falt wol­len wir in Ess­lin­gen wei­ter ausbauen.“